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Bernkastel um 1870
Thema 01 / 06 — Geschichte des Moselweinbaus

ZweiJahrtausendeMosel

Von den Kelterhäusern der Römer über den Quellenschatten des Frühmittelalters, Kloster und Kurfürst, Säkularisation, Weinsteuer und Revolution bis zur Mode um 1897, zum Glykolskandal und zur Qualitätsrevolution unserer Tage — erzählt aus den Büchern der Bibliothek.

„2000 Jahre Weinkultur an Mosel-Saar-Ruwer“ — so wirbt die Region. Was als Slogan selbstverständlich klingt, ist als Geschichte alles andere als glatt: Sie besteht aus Kelterhäusern und Quellenlücken, aus Klöstern und Kurfürsten, aus Steuern, Fuderpreisen und Moden, aus Krisen, die sich wiederholen, und aus einer Handvoll Winzer, die zur rechten Zeit das Richtige taten. Diese Seite erzählt sie in neun Kapiteln — und nennt bei jedem Schritt das Buch, aus dem sie schöpft.

Kapitel 01 — bis 450Kelten und Römer

Lange bevor an der Mosel der erste Wein gekeltert wurde, wurde er hier getrunken. Keltische Trink- und Weingefäße aus dem 5. und 4. Jahrhundert vor Christus belegen das; Siebgefäße deuten auf gewürzten Wein. Der Bedarf wurde bis ins 2. Jahrhundert nach Christus über Importe aus Italien und aus der griechischen Kolonie um Marseille gedeckt — Inschriften nennen zwei Trierer Händler in der von Lyon aus operierenden Korporation der negotiatores vinarii. Diodor spottet Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus, die Gallier gössen den eingeführten Wein unvermischt in sich hinein; Tacitus liefert den Topos vom trinkfesten Germanen, den man leichter durch dieses Laster als durch Waffen besiege. Tina Wilhelmus liest solche Stellen nüchtern: Wer den Weinhandel schmäht, bezeugt ihn.

Wann an der Mosel erstmals selbst angebaut wurde, ist umstritten — diskutiert wird ein Einsetzen zwischen dem 1. Jahrhundert und der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts. Einigkeit herrscht nur darin, dass die Rebkulturen von den Römern eingeführt worden sind. Die ersten schriftlichen Zeugnisse sind die 291 und 311 in Trier gehaltenen Lobreden auf die Kaiser Maximian und Konstantin: Die Ernten sprengten die Speicher, wo einst Wälder standen, stehe schon die Saat. Wilhelmus mahnt zur Vorsicht — Übertreibung ist das Stilmittel des Panegyricus. Der historische Kontext erklärt den Überschwang: Die Franken- und Alemannenstürme der 270er Jahre hatten eine erste Blüte beendet, die Verlegung der Kaiserresidenz nach Trier brachte Bevölkerung und Nachfrage zurück.

Ausonius und das „natürlich entstand’ne Theater“

Das eindrucksvollste literarische Zeugnis hat Decimus Magnus Ausonius (um 310–395) hinterlassen, Lehrer am Trierer Kaiserhof. Sein Gedicht Mosella, um 371 verfasst, beschreibt eine Reise von Bingen nach Trier und schildert die rebenbesetzten Steilhänge als natürlich entstandenes Theater — und zwar, wie Wilhelmus anmerkt, von einem Punkt aus, den Ausonius wegen der Straßenführung genau gegenüber von Piesport erreichte. Mosella ist der älteste durchgehende Text der europäischen Weinliteratur, der einen konkreten Fluss beschreibt.

Da krümmen sich die Reben am sonnigen Bergesabhang, da hängen am Hang die Beeren, da schwitzt aus den Steinen der Saft.

Ausonius, Mosella, um 371

Weinschiffe, Rebmesser, Kelterhäuser

Die archäologische Bildwelt ist reich — und beweist weniger, als sie zu zeigen scheint. Die Neumagener „Weinschiffe“ (um 220) zeigen den Transport von Holzfässern, aber nicht, dass Wein darin war, geschweige denn einheimischer. Rebmesser wurden auch in rebbaufeindlichen Gegenden von Eifel und Hunsrück gefunden. Eindeutig sind der traubenlesende Winzer auf dem Reliefquader von Remerschen (Mitte 2. Jh.) und die Darstellungen des Sucellus, des Gottes der Weinproduzenten, mit Schlegel, Traube und Fässern (Trier 1914, Kinheim 1976).

Der eigentliche Umschwung kam aus dem Boden: 1977 wurde in Maring-Noviand die erste römerzeitliche Kelteranlage der Region gefunden, im November 2005 eine in Lieser. Zwölf römerzeitliche Kelterhäuser sind allein an der Mittelmosel nachgewiesen, darunter zwei in Brauneberg sowie die Anlagen von Piesport und Piesport-Müstert, deren Pressbasis mit rund 44 Quadratmetern industriellen Maßstab hatte. Ihre Lage erlaubt eine Zweiteilung, die die ganze weitere Geschichte trägt: kleine private Anlagen in Nebengebäuden der Gutshöfe abseits der Wege — und große, wohl staatliche Kelterhäuser unmittelbar am Fluss, am Fuß der klimatisch begünstigten Südhänge, deren Most sofort per Schiff in die Trierer Keller ging. Eine 1990 in St. Maximin entdeckte Inschrift nennt einen praepositus vinorum, vermutlich den kaiserlichen Kellermeister.

Loeb und Prittie beginnen ihr Buch 1972 mit einer Abrechnung: In den Views of the Rhine von 1832 heißt es, Ausonius’ Lobgedicht sei „gänzlich unverdient“, die Mosel weder landschaftlich noch weinbaulich der Erwähnung wert — und noch Baedekers Rheinführer von 1900 gebe die Tiefe des Rheins an sechs, seine Breite an acht Stellen an und habe über die Mosel wenig zu sagen. Dagegen setzen sie die Sprache: Wein von vinum, Keller von cellare, Kupp von cupa, Kelter von calcatorium; Longuich von longus vicus, Traben von taberna; und die Lagennamen Auerkump (aurea cuppa, goldener Becher), Pomerell (pomerellum, Apfelgarten) und Pichter (petitura, Rodungsland). Die Adresse an Konstantin von 311 zeige den Weinbau in vollem Gang, ausdrücklich ermutigt durch Kaiser Probus, der um 280 Domitians Verbot des Rebbaus in den Provinzen aufhob. 395 wurde die Kaiserresidenz von Trier nach Mailand verlegt, 402 die Präfektur nach Arles; 406 erreichten die Germanen Trier. Die Franken, so Loeb, „wussten nichts von Trauben und Wein“ — sie brauten aus Getreide.

Befund

Die Steillage ist keine Erfindung des Hochmittelalters. Schon die römischen Kelterhäuser stehen am Fuß der Südhänge — dort, wo Sonneneinstrahlung und wärmespeichernder Schiefer zusammenkommen. Der Keltervorgang war zweigeteilt: Tretbecken, Pressbecken, Ablaufbecken. Genau dieser Ablauf ist 1239 in einem Kueser Pachtvertrag wieder bezeugt.

Steilhang der Wehlener Sonnenuhr mit Schieferfels
Wehlener SonnenuhrSüdhang über der Mosel: Sonne und wärmespeichernder Schiefer — die Formel, die schon die römischen Kelterhäuser am Fuß der Hänge voraussetzt.

Kapitel 02 — 450 bis 1000Der Quellenschatten

Mit der fränkischen Eroberung wurden viele Kelterhäuser und Rebflächen zerstört, große Teile der führenden Schicht flohen. Wurde danach weiter Wein gebaut? Zwischen dem Ende der römischen Herrschaft und der ersten sicheren Urkunde liegt ein jahrhundertelanger Quellenschatten. Wilhelmus füllt ihn nicht mit Vermutungen, sondern mit einem Verfahren: Wo die Schriftquellen schweigen, lässt sie Dichtung, Sprachgeschichte, Archäologie und Keltertechnik gegeneinander sprechen. Keine einzelne Linie trägt allein — erst ihre Konvergenz begründet die Aussage, und die ist eine Wahrscheinlichkeits-, keine Beweisaussage.

Die älteste Beschreibung rebenbewachsener Moselhänge nach den Römern stammt von Venantius Fortunatus (gest. um 601). Er rühmt den Trierer Bischof Nicetius (525–566), der unterhalb seiner Burg — vermutet bei Neumagen-Dhron — Weinberge kultivierte, „wo zuvor nur Gestrüpp war“, und schildert um 588 eine Schiffsreise mit König Childebert II. moselabwärts durch eine ganz von Reben bestimmte Landschaft. Wichtiger als das Landschaftsbild ist die Wortwahl: Venantius nennt die Arbeiter nicht nur coloni, sondern vinitor — Winzer, ein eigener Beruf —, spricht von regula picta, abgegrenzten Parzellen, und von Reben in ordine, in Zeilen gepflanzt. Aus picta wird der Flurname Pichter, der sich bis heute in Piesport, Minheim, Wintrich, Kesten und Bernkastel erhalten hat.

Drei Urkunden — und eine, die trägt

Die frühen Belege schrumpfen unter der Lupe. „Brauneberg vor 596“ beruht auf einer Schenkungslegende König Childeberts II., die erst im 10. Jahrhundert in den Verduner Bischofsgesten aufgezeichnet wurde. Das Testament des Verduner Diakons Adalgisel Grimo von 634 — die älteste Urkunde des frühen Mittelalters, die die Rheinlande berührt — nennt Weinbesitz an Mosel und Lieser, aber ohne genaue Ortsangabe. Karl Heinrich Koch führte 1897 nach Karl Reichelt die Bestätigung König Dagoberts für Erzbischof Modoald von 634 als ältesten Beleg an: Weinberge am Rhein, an der Loire und an der Mosel. Was ohne Vorbehalt steht, ist der Prekarievertrag der Walana von der Salm mit dem Kloster Prüm aus dem Jahr 776/777: Sie schenkte ihre ererbten Weinberge in Piesport — porto pingontio — dem Kloster und erhielt sie auf Lebenszeit gegen vier Denare Jahreszins zurück.

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung von Weinbergen im Untersuchungsgebiet (Piesport) liegt mit dem Prekarievertrag einer gewissen Walana mit dem Kloster Prüm aus dem Jahr 776/777 vor.

Tina Wilhelmus, Mittelalterlicher Weinbau an der Mittelmosel, Kap. V, S. 135

Was die Gräber erzählen, passt dazu: In Mülheim liegen drei trapezförmige Steinsarkophage des 7. Jahrhunderts in der Talaue, ohne germanische Beigaben — fortlebende romanische Provinzialbevölkerung. In Piesport wurden zwei Plattengräber aus Rotsandstein unmittelbar vor der Ostmauer der römischen Kelter angelegt. Das wahrscheinliche Bild: Eine gallorömische Restbevölkerung führte den Weinbau, überwiegend unter König, Adel und Kirche, weiter und gab ihr Wissen samt Fachwörtern an die zuziehenden Franken weiter.

Kapitel 03 — 8. bis 13. JahrhundertKirche und Kloster

Die zweite Frage lautet nicht mehr ob, sondern wer. Ihre Antwort ist eine Folge der Überlieferung: Nur was in kirchliche Archive geriet, hatte eine Chance, die Jahrhunderte zu überstehen. Rund neunzig Prozent der einschlägigen Quellen stammen aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Die Besitzergruppen staffeln sich chronologisch: zuerst die Bischöfe von Trier, Lüttich und Verdun sowie St. Maximin und Prüm aus königlichem Fiskalgut und Schenkung; dann, vom Erzbischof begütert, die Trierer Stifte und Klöster; ab Mitte des 12. Jahrhunderts die Zisterzienser von Himmerod, St. Thomas und Machern; im 13. Jahrhundert zunehmend private Besitzer aller Schichten.

  • Abtei Echternach (gegründet 698 durch Willibrord) mit Besitz an der Untermosel und im Saargau.
  • Abtei Prüm (gegründet 721, ab 762 Reichsabtei): Das Prümer Urbar von 893 ist eines der ältesten erhaltenen Güterverzeichnisse Europas und listet Weinberge an Mosel und Ruwer auf — die Piesporter Weinberge der Walana sind darin allerdings nicht mehr verzeichnet.
  • St. Maximin in Trier: 966 schenkte Kaiser Otto I. dem Kloster Höfe mit Hörigen, Gebäuden, Wingerten und Wäldern in Wintrich und Niederemmel; im selben Jahr führt das Weingut Maximin Grünhaus an der Ruwer seine Herkunft auf eine Schenkung an die Abtei zurück.
  • Himmerod (gegründet 1134/1138 durch Bernhard von Clairvaux): Zehntfreiheit, Weinbauzentren in Siebenborn und Kesten, Fernhandel bis nach Brabant — das Fallbeispiel bei Wilhelmus.
  • Fernbesitzer aus dem weinarmen Lüttich und Verdun, aus Tholey, Mettlach, Wadgassen und Koblenz — die aus der Entfernung häufig erleben mussten, dass ihre Verwalter Erträge oder ganze Grundstücke „entfremdeten“. Mettlach, vor Ort präsent, hielt seinen Besitz bis 1789.
  • Karthäuserkloster St. Alban in Trier-Eitelsbach (gegründet 1335): Sein säkularisierter Nachfolger ist bis heute das Weingut Karthäuserhof.

Karl der Große, 900 Fuder, der Stalhof in London

Loeb und Prittie zählen für Karl den Großen (768–814) mindestens neun gut organisierte Güter an der Mosel — Saarburg, Trier, Pfalzel, Neumagen, Kröv, Cochem, Klotten, Winningen und Koblenz — und zitieren die Capitulare de villis, die den Gutsverwaltern befahl, überall Reben zu pflanzen, wo es möglich sei. 783 sollen die Benediktiner von St. Maximin 900 Fuder Wein erzeugt haben. Die Klosterbücher hielten auch die Witterung fest: Im 9. Jahrhundert waren 30 von 37 Jahrgängen klein oder schlecht, im 11. Jahrhundert 29 von 37; 792 Hungersnot, 873 Heuschrecken, 1067 und 1068 verheerende Fröste, 1166 dagegen eine Überproduktion, bei der Wein mit Kalk vermischt zum Hausbau diente. 1212 berichtete Caesarius von Heisterbach, dass Wälder gerodet und Weinberge auf steileren Hängen als je zuvor angelegt wurden. Im selben Jahr standen drei Fass deutschen Weins unter den 348 Fässern, die König Johann von England kaufte; die deutschen Kaufleute hatten seit Wilhelm dem Eroberer eine eigene Gildehalle in London und richteten sich Anfang des 13. Jahrhunderts im Stalhof ein. „Rhenish“ hieß dort alles, was aus Deutschland kam — die Mosel war als eigener Wein praktisch unbekannt.

Halbpacht, Fähre, Steillage

Die Steillage prägt schon die mittelalterlichen Lagennamen: Der Wein wuchs in den nach Süden exponierten Hängen, die häufig auf dem gegenüberliegenden Ufer der Siedlungen lagen — die Winzer mussten mit der Fähre über die Mosel. Die Zisterzienser bewirtschafteten mit Konversen und Lohnarbeitern in Eigenregie; die Trierer Stifte und die Fernbesitzer gingen seit Beginn des 13. Jahrhunderts zur Verpachtung über, und der übliche Pachtzins war durchweg die Hälfte des Ertrages. Halbpacht ist keine Großzügigkeit, sondern Risikoteilung: Der Verpächter trägt das Wetter mit, der Pächter die Arbeit. Ein Pachtvertrag von 1235 über die Umwandlung eines Ackers in Müstert und die Auflage des Domkapitels von 1239, die Kueser Weinberge jährlich mit neuen Reben zu erweitern, lassen den hochmittelalterlichen Lagenausbau am Rande fassbar werden. Die Familie Prüm ist seit 1156 in Wehlen urkundlich belegt — die längste durchgehende Winzerlinie der Mosel.

Wie prekär die Lage der kleinen Winzer wurde, zeigen die Pachtfristen, die Loeb und Prittie zusammentragen: Im 15. Jahrhundert hielten Pächter ihr Land im Schnitt vierzig bis sechzig Jahre, im 16. Jahrhundert noch rund zwanzig, hundert Jahre später kümmerliche neun. Dazu kamen Abgaben von einem Achtel bis zur Hälfte der Ernte, der Zehnt an die Kirche, Frondienste von sieben bis acht Tagen im Jahr — und Einquartierungen wie 1512, als Kaiser Maximilian mit vierhundert Reitern nach Trier und Bernkastel kam. Die Winzer von Trittenheim, heißt es, hätten das Fünf-Liter-Maß bei ihren Lieferungen verlässlich um acht Prozent verkürzt. Wer so lebte, hielt sich an seine Heiligen: St. Urban am 25. Mai für die Blüte, St. Laurentius am 10. August für die Reife, St. Martin am 11. November für die Lese — und fürchtete die Eisheiligen Mamertus, Pankratius, Servatius und die kalte Sophie vom 12. bis 15. Mai.

Brücke

Der geistliche Weinbergsbesitz, den Wilhelmus für die Mittelmosel bis 1300 kartiert, blieb bis zur Säkularisation erstaunlich stabil. Wer wissen will, woher bürgerliches Weinbergseigentum des 19. Jahrhunderts an der Mosel kam, findet hier die Vorgeschichte — die napoleonische Zeit schrieb sie in wenigen Jahren um.

Kapitel 04 — 1363 bis 1792Der Riesling kommt

Zu den Rebsorten schweigen die mittelalterlichen Quellen; Funde von schwarzem Holunder in römischen Kelterhäusern legen nahe, dass neben Weiß- auch Rotwein erzeugt wurde. Loeb und Prittie erinnern daran, dass die Vorherrschaft des Rieslings an der Mosel erst rund hundert Jahre alt ist: Vor ihm stand die „Alben“, der Elbling (von vitis albulis), und Rotwein wurde in Lieser, Rachtig und an der Untersaar noch bis 1920 angebaut. Die früheste schriftliche Erwähnung der Rebsorte stammt aus dem Jahr 1435 — eine Rechnung des Klingenberg’schen Kellermeisters am Main. An der Mosel taucht „Rüssling“ Mitte des 16. Jahrhunderts auf. In Piesport forcierte Pastor Johannes Hau schon 1762 den Riesling, fünfundzwanzig Jahre vor dem Edikt.

Das Edikt von 1787 — und die Winzerverfolgung

Am 8. Mai 1787 erließ der letzte Trierer Kurfürst, Clemens Wenzeslaus von Sachsen, eine Verordnung, die das oft miserable Weinniveau heben sollte: Reben minderer Qualität seien auszurotten und durch Sorten höherer Qualität wie den Riesling zu ersetzen. Im Trierer Territorium wurde das rigoros umgesetzt. Flussaufwärts jedoch, in Nittel, Perl oder Wincheringen, herrschte ein Kondominium mit Frankreich und Luxemburg, und das Dekret ließ sich nicht durchsetzen. Als die Winzer 1788 den Elbling wie gewohnt pflanzen wollten, reagierte die kurtrierische Verwaltung mit Gewalt — Manfred Lüer berichtet von Verhaftungen und von Winzern, die zur Strafe an Mariä Himmelfahrt inmitten der Weinberge verbrannt wurden. Erst der Einmarsch der französischen Revolutionstruppen setzte dem „Rieslingspuk“ ein Ende — und führte indirekt zum Erhalt des Elblings, der bis heute die wichtigste Sorte der deutschen Obermosel ist.

Zwischen Doctor-Sage und Goethe

Loeb und Prittie datieren die Sage vom Bernkasteler Doctor auf 1363: Ritter Kuno von Hunolstein, Besitzer einer Parzelle in dem kleinen dreieckigen Weinberg über der Stadt, sei mit einem Fass auf dem Rücken zum todkranken Erzbischof Boemund hinaufgepilgert — der Genesene nannte den Wein „den besten Doctor meines Alters“. Schon 1327 empfahl ein Magister Rembert ein „Hubertusglas“ Moselwein vor der Dämmerung und eines nach Einbruch der Nacht als Magenmittel. Dann kam der Dreißigjährige Krieg: Hunderte Weinberge verwüstet, die Bevölkerung Triers von rund 50.000 auf 3.800 gesunken, bei Maximin Grünhaus 735 Fass geplündert; 1648 wussten die Bauern oft nicht mehr, wo einmal Reben gestanden hatten. 1689 machten die Franzosen Cochem dem Erdboden gleich, von 1687 bis 1698 bauten sie Vaubans Riesenfestung Mont Royal über Traben-Trarbach.

Die Erholung war zäh, aber gründlich: 1695 meldete der Abt von Grünhaus 102.000 neu gepflanzte Reben; 1720 standen im Moseltal mehr Flächen unter Reben als unter allen anderen Kulturen zusammen, und ein Gesetz verlangte fortan eine Genehmigung, um Wald in Weinberg zu verwandeln. 1750 verfügte Kurtrier, aller Wein müsse naturrein sein — kein Wismut, Blei oder Silberglätte zum Schönen. 1792 fand Goethe die Moselweine „angenehm“, Philipp Wilhelm Gercken wunderte sich über die vielen reichen Leute in Brauneberg, und ein Fass Maximin Grünhäuser erzielte den unerhörten Preis von 1114 Gulden.

Folge

Wer von einem „Moselwein“ sprach, meinte fortan immer Riesling — und 1897 konnte Koch schreiben, es gebe nur einen Moselwein, weil nur hier Riesling und Schiefer zusammenfielen. Die Obermosel blieb der Gegenbeweis: Elbling auf Muschelkalk.

Kapitel 05 — 1794 bis 1849Säkularisation, Preußen, Revolution

1794 besetzten französische Revolutionstruppen das linke Rheinufer. Die Klöster wurden aufgehoben, ihr Besitz als Nationalgut versteigert — Wolfgang Schieders Edition verzeichnet für den Kanton Bernkastel Datensatz um Datensatz: Ort, Datum, Objekt, Provenienz, Käufer, Schätz- und Kaufpreis. Was über Jahrhunderte gewachsen war, wechselte in wenigen Jahren die Hand. Koch erzählt es 1897 beiläufig am Josefshof bei Graach: Martinshof der Abtei St. Martin, unter französischer Herrschaft konfisziert und verkauft, seit 1858 im Kesselstatt’schen Majorat — ein Gut, drei Eigentumsordnungen. Der Scharzhof an der Saar, ehemaliger Besitz des Trierer Klosters St. Marien ad Martyres, wurde 1797 von Jean-Jacques Koch gekauft, zwei Jahre nach der Konfiskation; der Karthäuserhof ging 1811 an die Familie Rautenstrauch.

Loeb und Prittie erzählen den Umbruch aus der Perspektive des Handels: Im Herbst 1794 erreichten Sansculotten ohne Schuhe und Hemden Koblenz, wo im Mai desselben Jahres die Weinhandlung Deinhard gegründet worden war — die Soldaten hatten „einen fabelhaften Durst“, aber nicht die Absicht zu bezahlen. Der Frieden von Basel 1795 machte die ganze Mosel zum französischen Fluss; Rastatt 1797 und Lunéville 1801 bestätigten es, 1797 wurde die Trierer Universität geschlossen (wiedereröffnet erst 1970). Vielleicht ein Fünftel der Weinberge wechselte damals den Besitzer, ein weiteres Viertel nach dem Regensburger Reichsdeputationshauptschluss von 1803, als Kirchenbesitz französisches Staatsgut wurde und an einzelne Winzer verpachtet oder verkauft wurde. Loeb nennt die Umwälzung „revolutionär und wahrscheinlich wohltätig“: Weinbau musste für jeden ein Geschäft werden, eine neue, geschäftstüchtigere Klasse setzte sich auf den Boden. Etwa ein Viertel der besseren Moselweine ging in den zwanzig französischen Jahren nach Holland und Belgien; 1810 führte Deinhards Preisliste 25 Moselweine, 1814 bereits 63. Der letzte Kurfürst Clemens Wenzeslaus, dem ein Esel auf dem Marktplatz von Beilstein in die endlose Begrüßungsrede des Bürgermeisters hineinschrie, bat mit studierter Höflichkeit: „Würden Sie bitte einer nach dem anderen sprechen?“ — für Loeb „der letzte Witz des Mittelalters an der Mosel“.

Mit dem Wiener Kongress fiel die Mosel 1815 an Preußen. Für die Obermosel wurde der Fluss zur Grenze zwischen dem neuen Großherzogtum Luxemburg und der Rheinprovinz — und „die Schere eines natürlichen Weinraumes“ ging, so Lüer, in zwei Kulturräume auseinander. Berlin betrachtete die Steillagen zunächst als unwirtschaftlich; das rechte Ufer gehörte zum weinarmen Preußen und konnte sich gegen die Rheinrieslinge nicht behaupten. Der Zollverein von 1834 öffnete Märkte, die Weinsteuer belastete sie. Preußens Zollschranken hatten der Mosel nach 1815 zunächst einen geschützten Markt in Norddeutschland verschafft, dazu kamen sechs gute Jahrgänge zwischen 1819 und 1828 — etwas, das sich erst 1945 bis 1954 wiederholte. Doch mit dem Beitritt Bayerns und Württembergs 1834 und Hessens und Badens 1835 musste die Mosel im Zollverein plötzlich mit Pfalz, Franken, Rheingau und Rheinhessen konkurrieren; nach einer Quelle wurde Moselwein nun „fast ausschließlich vor Ort getrunken“. Dazu kam eine fast ununterbrochene Reihe schlechter Jahrgänge. Anfang der 1840er Jahre brachte ein Fuder 17 bis 18 Taler — das Fass allein kostete den Winzer 9 bis 10 Taler; zwanzig Jahre zuvor waren 100 Taler üblich gewesen und 1825/26 für die besten Weine aus Graach und Brauneberg 380 bis 500 Taler.

Der in Trier geborene Karl Marx schrieb 1842 und 1843 in der Rheinischen Zeitung über die Not der Moselwinzer — für Loeb und Prittie ein bemerkenswerter Akzent in einem englischen Weinbuch. Marx zitierte den preußischen Finanzminister, den Winzern sei es in der Schutzzollzeit „zu gut gegangen“, und hielt dagegen: Der Winzer „ruft nach Hilfe, nicht nach Rat“. Ein Fuder 1837er sei für 15 Taler versteigert worden, ein Ohm zu 150 Litern gegen zwei Pfund Butter, zwei Pfund Brot und ein halbes Pfund Zwiebeln getauscht. Die Familie Marx besaß selbst ein halbes Morgen Weinberg vor Trier. Die Wende kam mit der Technik: 1840 fuhren die ersten Dampfer auf der Mosel und verkürzten die Fahrt von Trier nach Koblenz von zwei Tagen auf zehn Stunden; der Chemiker Ludwig Gall schlug vor, dünnen Mosten Zucker zuzusetzen; und der Riesling breitete sich aus — Servatius Muhl schrieb 1845, seit 1836 seien „wichtige Veränderungen“ eingetreten, „offensichtlich einschließlich der allgemeinen Einführung des Rieslings“.

1848: „Weinsteuerfreiheit ist doch noch besser“

Am 13. März 1848 trat der Bernkasteler Gemeinderat zu außerordentlicher Sitzung zusammen und beschloss eine Adresse an den König. Sie wünschte erstens die schleunige Einberufung der Ständeversammlung — die klassische liberale Forderung —, zweitens den Erlass der Weinsteuer für 1845 und 1847 sowie deren gänzliche Abschaffung. Aus Zeltingen wurde dem Stadtrat im Wochenblatt dafür öffentlich gedankt, und dann folgte der Satz, den Hermann Stahl, Postdirektor und Chronist der Revolution an der Mittelmosel, zur Überschrift seines ganzen Befundes machte:

Preßfreiheit mag gut sein, aber Weinsteuerfreiheit ist doch noch besser.

Zuschrift aus Zeltingen im Bernkasteler Wochenblatt, März 1848 — zitiert bei Hermann Stahl, Teil I, S. 5

Die Bewegung an der Mosel war, so Stahl, bei der großen Mehrzahl eine wirtschaftliche, nur bei wenigen eine politische. Am 25. März hisste Bernkastel die schwarz-rot-goldene Fahne, bengalische Feuer flammten auf dem Marktplatz; eine Bürgerwehr entstand, deren Statut vierundsechzig der angesehensten Bürger unterzeichneten. Als die preußische Regierung im November die Nationalversammlung auflöste und diese zur Steuerverweigerung aufrief, eskalierte die Lage: In Trittenheim zahlte niemand mehr Steuern. Am Sonntag, dem 26. November 1848, misslang die Verhaftung des Bernkasteler Bürgerausschuss-Vorsitzenden Coblenz — die Sturmglocke schlug an, Staatsprokurator und Untersuchungsrichter wurden angegriffen, und aus Graach, Wehlen und Zeltingen stellten sich bewaffnete Zuzüge ein, so dass einige tausend Menschen am Gestade standen. Das Militär zog nach Mülheim ab, die Bürgerwehr gab ihm mit klingendem Spiel das Geleit; vor Mülheim begegnete die Truppe noch einem Zuzug aus Wintrich, dessen Anführer „der lange Prüm“ war. Zwei Tage später rückten sieben- bis achthundert Mann ein, sechs Geschütze nahmen auf dem linken Ufer Aufstellung, der Belagerungszustand wurde über Bernkastel, Wehlen und Graach verhängt. 210 Zeugen, 63 Angeschuldigte — die Akten der Trierer Assisen sind Stahls Quelle.

Stahls These

Die Karte der Zuzüge ist eine Karte des Weinbaus: Wo das Fuder die Lebensgrundlage war, marschierte man — Graach, Wehlen, Zeltingen, Wintrich, Kesten, Ürzig. Die Höhendörfer Longkamp und Monzelfeld blieben daheim. An der Mittelmosel ging es 1848 zuerst um den Preis des Weines und erst danach um die Verfassung.

Bernkastel und die Mosel, Fotografie um 1870
Bernkastel um 1870Zwei Jahrzehnte nach dem Aufruhr vom 26. November 1848 — und ein Jahrzehnt nach der Eisenbahn, die den Aufstieg einleitete.

Kapitel 06 — 1857 bis 1914Vom „Kutscher“ zur Mode

Die Wende kam mit der Eisenbahn (1858 Trier–Koblenz), mit der Flasche und mit einem Wandel der Wahrnehmung. Noch eine Generation zuvor hatte der Moselwein in ganz Norddeutschland als billigster Schankwein gegolten — in den Schenken trug er den Spottnamen „Kutscher“, und in den 1860er Jahren kamen billige Moselweine schiffsladungsweise nach Mainz, um mit Rheinweinen verschnitten zu werden. Dreißig Jahre später hatte sich das Verhältnis umgekehrt: Die 1893er Piesporter des Kesselstatt’schen Majorats erzielten auf der Trierer Frühjahrsversteigerung 1895 zwischen 3270 und 9060 Mark für das Fuder. Karl Heinrich Koch, der 1897 Zu Lob und Preis des Moselweines schrieb, stellte die Frage selbst: Woher kommt diese Mode? Und antwortete, sie sei verdient — weil das alte Axiom „der Rheinwein ist süß, der Moselwein sauer“ nur eine einzige Skala kenne.

Wenn der einen frischen, lebhaften Wein verkostete, der sonst ohne Tadel war, so faßte er sein Urtheil in die zwei Worte zusammen: „er zappelt.“ Das war das höchste Lob, das er zu spenden pflegte. Dasselbe läßt sich ganz allgemein vom Moselwein sagen.

Karl Heinrich Koch, Moselwein, 1897, S. 6

Die preußische Lagenklassifikation von 1868 teilte die Weinberge in Klassen, deren oberste weitgehend dem entsprechen, was heute Große Lage heißt: Bernkasteler Doctor, Wehlener Sonnenuhr, Brauneberger Juffer, Scharzhofberg. Kochs eigene Liste der „ersten Qualitäten“ von 1897 nennt Scharzhofberg, Bockstein, Geisberg und Agritiusberg an der Saar, seit dem Jahrgang 1893 die Maximiner Grünhäuser Herrenberger von der Ruwer, dazu Piesport, Brauneberg, Bernkastel, den Josefshof und den Zeltinger Schlossberg. Eine 1895er Scharzhofberger feinste Auslese gewann 1900 auf der Weltausstellung in Paris den Grand Prix; das Etikett des Hauses Egon Müller erinnert bis heute daran. Zwischen 1890 und 1914 galt Moselriesling in England als feinster aller Weine; um 1900 waren die besten Moselweine teurer als große Bordeaux.

Gladstone, Dampf und Zucker

Loeb und Prittie nennen die Daten des Aufstiegs: drei wirklich gute Jahrgänge 1857, 1858 und 1859; 1860 Gladstones Senkung des englischen Zolls auf einen Schilling je Gallone; die Bahn Saarbrücken–Trier–Luxemburg 1860, die Strecke Koblenz–Bullay 1879, die Zweigbahn nach Bernkastel 1882. Nach der Reichsgründung 1871 verdrängten deutsche Weißweine erstmals die französischen vom norddeutschen Markt; in den 1870er und 1880er Jahren entstanden die großen Keller in Traben-Trarbach und Bernkastel, in den 1890er Jahren zählte Trier sechzig Weinhandlungen, um 1900 über hundert. Zwischen 1868 und 1875 wurden in Trier 2206 Fuder guten Weins versteigert, zu Preisen bis 1720 Taler je Fuder; ein Weinberg, 1844 für 5544 Mark gekauft, brachte 1896 90.000. 1874 tauchte die Reblaus in der Pfalz auf und verschonte die Mosel lange. Und der Streit um die Zuckerung begann: Die großen Erzeuger und die Trierer Handelskammer waren dagegen, der Handel dafür — drei von fünf Jahren seien klimatisch schlecht. Das Reichsgesetz von 1879 bestrafte die Verfälschung, ohne sie zu definieren; der „Winninger Fall“ von 1886, in dem ein Winzer sagte, er habe nur getan, was jeder vernünftige Winzer in einem schlechten Jahr tue, führte zum ersten Weingesetz von 1892. Das Weinparlament von 1906 stritt um die Quote — Baden wollte 10 Prozent, die Mosel 25 —, das Gesetz von 1909 erlaubte 20 Prozent bis zum 31. Dezember; die Saar als „konservativste von allen“ empfahl bis in die 1920er Jahre gar keine Zuckerung. Dann kam 1911 als Jahrhundertwein — und 1912 als Katastrophe.

1905 eröffnete die Moseltalbahn: 60 Meilen von Trier nach Bullay, 25 Stationen, selten schneller als 20 Meilen in der Stunde, ein Pullmanwagen mit Samtsesseln und runden Tischen, Fahrgäste, die scharenweise ausstiegen, um den Wein eines Dorfes zu probieren — in ganz Deutschland bekannt als „Saufbähnchen“. 1897 traten beim Mosellied-Wettbewerb in Traben-Trarbach 2140 Dichter an; der Preis von tausend Flaschen wurde unter vier „Weinpoeten“ geteilt. Das erste Mosellied hatte 1847 Pastor Reck aus Feldkirchen gedichtet, vertont von Georg Schmitt aus Trier, Preis: ein Fuder Enkircher.

Wehlen 1842, 1911 — und Trier

In Wehlen ließ Jodocus Prüm (1807–1876) 1842 die Sonnenuhr in den Schieferfels setzen, die der wichtigsten Lage des Ortes den Namen gibt. 1911 entstanden aus dem Stammhaus die Weingüter Joh. Jos. Prüm und S. A. Prüm. In Trier, Traben-Trarbach und Bernkastel blühten die Weingroßhandelshäuser — Huesgen, Langguth, Deinhard, Lauerburg, Loeb —, und die Trierer Versteigerungen des „Großen Rings“ wurden zur Bühne des Aufstiegs. 1896 entstand in Gondorf die erste Winzergenossenschaft, 1897 der weit größere Winzerverein Trier, bis 1914 gab es 35 Genossenschaften. Der Trierer Oberbürgermeister von Bruchhausen gründete 1910 den Trierer Verein von Weingutsbesitzern von Mosel, Saar und Ruwer — den „Großen Ring“ —, dessen Mitglieder nur garantierte Naturweine eigenen Wachstums versteigern durften, aus dem Gebiet von Trittenheim bis Ürzig und Erden; die kleineren Güter bildeten den „Kleinen Ring“, die Bernkasteler hatten sich schon 1899 zusammengeschlossen. 1910 kostete es 650 bis 800 Mark, ein Fuder mit Moselwein zu füllen — mit algerischem, französischem oder italienischem Wein 120 bis 150; im Jahrzehnt bis 1912 gaben über vierzig Moselhandelshäuser auf, und 1910 wurde erstmals mehr Wein nach Deutschland eingeführt, als dort wuchs. Felix Meyer, der 1926 den Rückblick auf hundert Jahre Weinbau und Weinhandel schrieb, nennt die 1890er Jahre die „Mode-Wein-Phase“ und beschreibt zugleich ihre Kehrseite: Galls Verschnittmethoden, die „Sonderentwicklung der Konsumweine“ und die Weinkrise seit 1901, auf die die Weingesetze von 1879, 1892, 1901 und 1909 antworteten.

Die Wehlener Sonnenuhr, historische Aufnahme
Wehlener Sonnenuhr1842 von Jodocus Prüm in den Fels gesetzt.
Porträt Jodocus Prüm
Jodocus Prüm (1807–1876)Winzer, Stifter, Erbauer der Sonnenuhr — mehr auf jodocus.de.
Kochs Ketzerei

Während die Rheingauer Lehre die Edelfäule als Gipfel feierte, hielt Koch fest, die Verarbeitung edelfauler Trauben gehe auf Kosten des Sortencharakters. An der Mosel gehe es darum, „die Eigenart des Rieslingweines zu voller, ungeschmälerter Wirkung zu bringen“. Was 1897 als Provinzialismus gelesen werden konnte, liest sich heute als früher Terroir-Purismus.

Kapitel 07 — 1914 bis 1945Krieg, Reblaus, Verfolgung

Der Erste Weltkrieg unterbrach den Export nach Großbritannien und in die USA. Meyers Manuskript war 1922 fertig, doch die Inflation verzögerte den Druck bis 1926. Die Reblaus erreichte die Mosel um 1900 und zerstörte ganze Hänge; die Umstellung auf veredelte Reben dauerte bis in die 1930er Jahre. An der Saar verschwand ein ganzes Weinbaugebiet: Bis zur Wirtschaftskrise der 1920er Jahre gab es Weinberge bis Saarbrücken, und in der letzten Fassung der preußischen Klassifizierung von 1905 trugen die Lagen von Kleinblittersdorf nach Wiltingen die zweithöchsten Bewertungen an der Saar. Wer, so Pigott, für die guten Jahrgänge keine entsprechenden Preise erzielte, überstand die schwachen nicht lange.

Der Krieg beendete den Export, der 1905 mit 192.000 Hektolitern seinen Höhepunkt erreicht hatte. Die Trierer Weinhändler richteten Verkaufsstellen für die Armee in Gent und Warschau ein; Gent setzte in zwei Jahren über zwei Millionen Mark um, meist zu Preisen unter einer Mark je Flasche. 1916 misslang die Ernte, und die Reichsregierung beschlagnahmte den gesamten Jahrgang des besetzten Rumänien; die Rebfläche schrumpfte um über 15 Prozent, die Preise versechsfachten sich in den letzten achtzehn Kriegsmonaten. Nach Versailles musste Deutschland jährlich 260.000 Hektoliter französischen Wein zollfrei einführen; im November 1919 fegten die Winzer den Schnee mit Besen von den Reben und lasen bis in den Dezember, während Starenschwärme die Trauben plünderten. 1921 brachte einen der besten Jahrgänge der deutschen Weingeschichte — und die Inflation: Ein Fuder guten Weins kostete 100.000 bis 500.000 Mark, gute Weine wurden unverkäuflich, „mit dem Trost, dass die wunderbaren 1921er nicht zu schnell ausgetrunken wurden“. Nach 1929 wurde Wein zum Luxus; die Nationalsozialisten verboten die Frühjahrs- und Herbstversteigerungen, wollten exportieren, um Devisen zu erlösen — und trieben mit ihrer Judenverfolgung die jüdischen Weinhändler ins Exil nach Großbritannien und in die USA, was 1938 einen weltweiten Boykott deutscher Waren auslöste.

Otto Wolfgang Loeb (1898–1974) entstammte einer Trierer Weinhändlerfamilie; sein Vater Sigmund Loeb war fast drei Jahrzehnte Präsident des Mosel-Weinhandelsverbandes. Otto Loeb baute nach dem Ersten Weltkrieg den Export nach Großbritannien und in die USA aus. Als jüdischer Kaufmann musste er Deutschland 1934 verlassen; 1938 gründete er in London die bis heute bestehende Weinhandlung O. W. Loeb und wurde Weinlieferant der frühen Glyndebourne-Festspiele. Die Nationalsozialisten arisierten die jüdischen Weinhandlungen Triers. Anfang 1974 kehrte Loeb nach Trier zurück und starb dort wenige Monate später. Die jüdische Geschichte an Mosel, Saar und Ruwer — von den kurtrierischen Schutzjuden über die Gleichstellung von 1801 bis zum Weinhandel des 19. Jahrhunderts — erzählt die Schwesterseite juedischemosel.de.

Im Zweiten Weltkrieg wurde fast die Hälfte von Koblenz zerstört, Trier kam glimpflicher davon. Siebzigjährige arbeiteten in den Weinbergen, ein großer Teil der Ernten wurde zu schlechtem Sekt und Weinbrand. Vom Tag von Hitlers Tod an schien fast ununterbrochen die Sonne, und 1945 hätte ein großer Jahrgang werden können — aber rund zwei Millionen Deutsche waren noch Ende 1945 in Gefangenschaft, und die Ernte konnte nicht eingebracht werden. Bei Joh. Jos. Prüm in Wehlen wurde 1945 keine einzige Traube gelesen und kein Wein gemacht. Die Mosel, nach Jalta der britischen Zone zugedacht, fiel in Potsdam an die Franzosen: Requisitionen zunächst ohne, dann für lächerliche Bezahlung, Exportverbot bis Januar 1948 — und Moselflaschen, die die Militärverwaltung „Officomex“ mit elsässischen Etiketten verkaufte, organisiert von französischen Offizieren, die im Zivilberuf Weinhändler waren.

Kapitel 08 — 1945 bis 1985Wiederaufbau und Weingesetz

Nach 1945 erholte sich die Mosel langsam. Am 27. Oktober 1956 schlossen Frankreich, die Bundesrepublik und Luxemburg den Internationalen Moselvertrag: vierzehn Staustufen, Finanzierung im Verhältnis zwei zu eins zwischen Paris und Bonn, politisch verknüpft mit dem Saarstatut. Die Befürchtung, der Ausbau zur Großschifffahrtsstraße werde die Lagen schädigen, sei nicht eingetreten, urteilten Loeb und Prittie 1972 — und plädierten für Flurbereinigung und Konsolidierung der rund 80.000 deutschen Kleinbetriebe unter vier Acres. Ihr Buch Moselle dokumentiert Lagen und Erzeuger unmittelbar vor dem Strukturbruch: Das deutsche Weingesetz von 1971 ordnete Lagenrecht und Prädikate neu, schuf Großlagen wie die „Bernkasteler Kurfürstlay“ und begünstigte die süßen Massenweine der Liebfraumilch-Ära.

Die Zahlen zeigen, was die Krisenzeit strukturell bedeutete. Die Rebfläche der Mittelmosel wuchs von 3111 Hektar (1905) auf 7368 Hektar (1979) — mehr als das Doppelte —, während der Rieslinganteil von 95 auf gut 61 Prozent abstürzte und Müller-Thurgau auf ein Viertel kam. Es war, so Pigott im Rückblick, eindeutig eine Krisenzeit für das Gebiet, auch wenn das die wenigsten damaligen Autoren so beschrieben: Es gab zu wenige Erzeuger, die konsequent auf Qualität hin arbeiteten, als dass sich die Unterschiede der Herkunft hätten zeigen können.

Juli 1985

Im Sommer 1985 erschütterte der Glykolskandal die deutsche Weinwelt: Österreichische Winzer hatten Weine mit Diethylenglykol gesüßt, einige wurden über deutsche Großkellereien weiterverkauft. Die Mosel war nicht direkt betroffen — aber der Export deutscher Weine brach weltweit ein, und die süß-billige Ära endete jäh. Für die Mosel wurde der Skandal zur Wende.

Kapitel 09 — seit 1985Die Qualitätsrevolution

Die Erneuerung begann an zwei Enden des Tals. Reinhard Löwenstein und Cornelia Heymann fingen 1980 in Lehmen praktisch bei null an, zogen 1983 nach Winningen, senkten die Erträge und bestockten vergessene Terrassen; 1987 belegte ihre 1985er Winninger Uhlen Spätlese trocken Platz eins in einer großen Blindverkostung deutscher und österreichischer Rieslinge, und im selben Jahr verschwanden die Prädikate vom Etikett, um die Aufmerksamkeit ganz auf den Lagennamen zu lenken. An der Mittelmosel übernahm Ernst Loosen 1988 das Familiengut in Bernkastel und schuf mit seinem Verwalter Bernhard Schug ab 1987 Weine, die das Rassig-Lebendige des Moseltyps mit einer mineralisch-würzigen Kraft verbanden, die hier völlig unbekannt war: Verzicht auf mineralische Dünger, drastische Ertragsreduktion, sehr späte und selektive Lese, Spontanvergärung, schonende Kellerarbeit.

Im Inland war man erschüttert: „Das kann doch nicht ernst sein!“, im Ausland dagegen war die Resonanz eine ganz andere: einer Welle des Lobes folgte die nächste.

Stuart Pigott, Mosel, S. 23

Die Moselrevolution wurde nicht an der Mosel entschieden, sondern auf den Exportmärkten — und von dort ins Inland zurückgespiegelt. Neben den Erneuerern standen die Bewahrer: Kein Erzeuger im ganzen Gebiet sei so lange einem Weintypus treu geblieben wie Dr. Manfred Prüm, der 1969 das Weingut Joh. Jos. Prüm übernahm und dessen Handschrift Pigott von 1921 bis in die Gegenwart durchgehalten sieht — reduktiver Ausbau, extrem späte Lese bis weit in den November, über die Kollegen zunächst lachten und die inzwischen fast alle qualitätsorientierten Erzeuger verfolgen. Am 25. September 1995 erzielte eine 1989er Scharzhofberger Trockenbeerenauslese von Egon Müller auf der Trierer Versteigerung 3220 Mark je Flasche — Weltrekord für einen jungen Weißwein, mit minutenlangem stehendem Applaus.

Kleiner, steiler, teurer

Die Mosel hat seither Volumen verloren und Reputation zurückgewonnen. Die Terrassenmosel büßte zwischen 1979 und 2005 fast ein Drittel ihrer Rebfläche ein; die Mittelmosel schrumpfte von 7368 auf 5904 Hektar, Saar und Ruwer von 1728 auf 927 — bei einem Rieslinganteil, der dort wieder auf über 80 Prozent stieg. Was blieb, ist steiler und riesling-fokussierter als vor einer Generation. Die VDP-Klassifikation von 2002 griff die preußischen Karten wieder auf. Und der Preis wurde zur moralischen Frage: Wer wie Ulrich Franzen in Bremm 130 Kleinparzellen zusammenkauft, eine 600 Meter lange Monorackbahn legt und 6900 Reben pflanzt, muss zwanzig Euro und mehr je Flasche verlangen — „obgleich deutsche Autos für sechsstellige Eurosummen anstandslos akzeptiert werden“, wie Pigott spitz anmerkt. Egon Müllers Scharzhofberger Trockenbeerenauslesen wurden 2015 in Hongkong für 12.000 Euro je Flasche zugeschlagen. Der leichte Mosel-Kabinett erlebt eine Renaissance, die Klimaerwärmung verlängert die Vegetationsperiode und macht aus dem „extrem heißen“ 2003 ein Normalmaß.

Und Koch?

Als 2022 eine kommentierte englische Ausgabe von Kochs Moselwein erschien — 125 Jahre nach der Erstausgabe, die ohne Rezension geblieben war —, malte David Schildknecht im Vorwort aus, was Koch an der heutigen Mosel befremden würde: die Süße vieler Weine, die Vereinnahmung des Begriffs Kabinett durch das Weingesetz von 1971, veränderte Besitzverhältnisse — und vor allem der Klimawandel. Seine Formel aber, Riesling auf Schiefer, gilt unverändert.

Die Mosel bei Wehlen am Abend, Luftaufnahme
Wehlen am AbendDas enge Tal: Flusswindung, Südhang, Wald — hundertfach wiederholt und doch nirgends gleich.

ÜbersichtZeitleiste

  1. 5. Jh. v. Chr.Keltische Trink- und Weingefäße an der Mosel; Wein wird importiert.Wilhelmus
  2. 291 / 311Lobreden auf Maximian und Konstantin in Trier — erste schriftliche Hinweise auf Rebflächen.Wilhelmus
  3. um 371Ausonius verfasst die Mosella.Ausonius
  4. 6. Jh.Venantius Fortunatus beschreibt Weinberge des Bischofs Nicetius und eine Schiffsreise moselabwärts (um 588).Wilhelmus
  5. 634Testament des Adalgisel Grimo: Weinbesitz an Mosel und Lieser; Bestätigung Dagoberts für Erzbischof Modoald.Wilhelmus · Koch
  6. 406Germanische Stämme erreichen Trier; die Kaiserresidenz war 395 nach Mailand verlegt worden.Loeb/Prittie
  7. 698 / 721Gründung der Abteien Echternach und Prüm.
  8. 776 / 777Prekarievertrag der Walana mit Prüm: erster gesicherter Beleg für Weinbau in Piesport.Wilhelmus
  9. 783Die Benediktiner von St. Maximin erzeugen 900 Fuder Wein; Karl der Große besitzt neun Güter an der Mosel.Loeb/Prittie
  10. 893Prümer Urbar.
  11. 966Otto I. schenkt St. Maximin Wingerte in Wintrich und Niederemmel; Ursprung von Maximin Grünhaus.Wilhelmus
  12. 1134 / 1138Gründung Himmerods; Zisterzienser an der Mittelmosel.Wilhelmus
  13. 1156Erste urkundliche Erwähnung der Familie Prüm in Wehlen.
  14. 1239Kueser Pachtvertrag: der zweigeteilte Keltervorgang der Römer lebt fort; Halbpacht wird üblich.Wilhelmus
  15. 1212Caesarius von Heisterbach: Weinberge auf steileren Hängen als je zuvor; drei Fass deutschen Weins für König Johann von England.Loeb/Prittie
  16. 1335Karthäuserkloster St. Alban in Eitelsbach — heute Karthäuserhof.
  17. 1360 / 1363Sage vom Erzbischof Boemund II., der sich am Bernkasteler „Doctor“ gesund trinkt — bei Loeb mit Ritter Kuno von Hunolstein und dem Fass auf dem Rücken.Koch · Loeb/Prittie
  18. 1435Erste schriftliche Erwähnung des Rieslings (Klingenberg am Main).
  19. 1512Kaiser Maximilian mit vierhundert Reitern in Trier und Bernkastel; der Wirt schenkt zwanzig Hechte.Loeb/Prittie
  20. 1526–1682Schöffenbuch zu Bernkastel: 1530 Personen aus Bernkastel, Graach, Kues, Zeltingen.Braun
  21. 1618–1648Dreißigjähriger Krieg: Trier sinkt von 50.000 auf 3.800 Einwohner; bei Grünhaus werden 735 Fass geplündert.Loeb/Prittie
  22. 1689 / 1698Cochem von den Franzosen zerstört; Festung Mont Royal gebaut und wieder geschleift.Loeb/Prittie
  23. 1720 / 1750Mehr Rebfläche als alle anderen Kulturen zusammen; Kurtrier verlangt „naturreinen“ Wein.Loeb/Prittie
  24. 1762Pastor Johannes Hau forciert in Piesport den Riesling.Pigott
  25. 8. Mai 1787Riesling-Edikt des Kurfürsten Clemens Wenzeslaus; 1788 Winzerverfolgung an der Obermosel.Lüer
  26. 1792Goethe findet die Moselweine „angenehm“; ein Fass Grünhäuser bringt 1114 Gulden.Loeb/Prittie
  27. 1794–1813Französische Zeit, Säkularisation, Verkauf der Nationalgüter. Scharzhof 1797 an Jean-Jacques Koch.Schieder · Pigott
  28. 1815Wiener Kongress: Mosel an Preußen; die Obermosel wird Grenzfluss.Lüer · Loeb/Prittie
  29. 1834Zollverein. Winzernot der 1830er/1840er Jahre; Marx in der Rheinischen Zeitung.Meyer · Loeb/Prittie
  30. 1840Erste Dampfer auf der Mosel: Trier–Koblenz in zehn statt 48 Stunden. Ein Fuder bringt 17 bis 18 Taler.Loeb/Prittie
  31. 1842Jodocus Prüm setzt die Wehlener Sonnenuhr in den Fels. In Traben-Trarbach wird der erste Eiswein gemacht — durch Zufall.Loeb/Prittie
  32. 1848 / 49Adresse gegen die Weinsteuer (13. März), Aufruhr in Bernkastel (26. November), Belagerungszustand, Prümer Zeughaussturm (18. Mai 1849).Stahl
  33. 1857–1860Drei gute Jahrgänge; Gladstone senkt den englischen Weinzoll; Bahn Saarbrücken–Trier–Luxemburg. Josefshof an Kesselstatt (1858).Loeb/Prittie · Koch
  34. 1868Preußische Lagenklassifikation; letzte Fassung 1905.
  35. 1879 / 1882Bahn Koblenz–Bullay, Zweigbahn nach Bernkastel.Loeb/Prittie
  36. 1886 / 1892Der „Winninger Fall“ um die Zuckerung; erstes Reichsweingesetz.Loeb/Prittie
  37. 1895Trierer Frühjahrsversteigerung: 3270 bis 9060 Mark je Fuder für 1893er Piesporter.Koch
  38. 1897Karl Heinrich Koch, Zu Lob und Preis des Moselweines.Koch
  39. 1900Grand Prix der Pariser Weltausstellung für eine 1895er Scharzhofberger Auslese. Reblaus erreicht die Mosel.Pigott
  40. 1901–1909Weinkrise; Weingesetze 1901 und 1909; Weinparlament 1906. 1905 fährt das „Saufbähnchen“ von Trier nach Bullay.Meyer · Loeb/Prittie
  41. 1910 / 1911Gründung des Großen Rings in Trier; 1911 Jahrhundertwein, 1912 Katastrophenjahr.Loeb/Prittie
  42. 1911Gründung von Joh. Jos. Prüm und S. A. Prüm in Wehlen.
  43. 1921Einer der besten Jahrgänge der deutschen Weingeschichte — mitten in der Inflation: bis 500.000 Mark je Fuder.Loeb/Prittie
  44. 1926Felix Meyer, Weinbau und Weinhandel an Mosel, Saar und Ruwer.Meyer
  45. 1934 / 1938Otto Loeb verlässt Trier; Gründung von O. W. Loeb in London.Loeb/Prittie
  46. 1945 / 1948Keine Lese bei Joh. Jos. Prüm; französische Requisitionen, Exportverbot bis Januar 1948.Loeb/Prittie
  47. 27. Okt. 1956Internationaler Moselvertrag: 14 Staustufen.Loeb/Prittie
  48. 1959Der heiße Jahrhundertsommer: Trockenbeerenauslesen von Prüm, Grünhaus, Karthäuserhof und Scharzhof — bis 242 Mark je Flasche in Trier.Loeb/Prittie
  49. 1969Dr. Manfred Prüm übernimmt Joh. Jos. Prüm.Pigott
  50. 1971 / 1972Deutsches Weingesetz; Loeb/Prittie, Moselle.
  51. 1979Höchststand der Rebfläche: Mittelmosel 7368 ha, Riesling nur noch 61,7 %.Pigott
  52. Juli 1985Glykolskandal — Wendepunkt.
  53. 1987Loosen und Schug; Heymann-Löwenstein gewinnt die Blindprobe.Pigott
  54. 1994Aus „Untermosel“ wird „Terrassenmosel“.Pigott
  55. 25. Sept. 19953220 Mark je Flasche für Egon Müllers 1989er TBA — Weltrekord.Pigott
  56. 2002VDP-Klassifikation: Erste Lage, Große Lage.
  57. 2005Der Klitzekleine Ring. Rebfläche Mittelmosel 5904 ha.Pigott
  58. 201512.000 Euro je Flasche für eine Scharzhofberger TBA in Hongkong.
  59. 2022Kommentierte englische Ausgabe von Kochs Moselwein.Koch

NachweiseQuellen dieser Seite

Alle Angaben dieser Seite stammen aus den Bänden der Bibliothek; Seitenangaben folgen der Buchpaginierung.

  • Tina Wilhelmus, Mittelalterlicher Weinbau an der Mittelmosel (Trier) — Kapitel 1 bis 3.
  • Karl Heinrich Koch, Zu Lob und Preis des Moselweines, Mainz 1897 (engl. Ausgabe 2022) — Kapitel 5 und 6.
  • Hermann Stahl, Die Revolution von 1848/49 an der Mittelmosel, Bernkastel 1923 — Kapitel 5.
  • Felix Meyer, Weinbau und Weinhandel an Mosel, Saar und Ruwer, Koblenz 1926 — Kapitel 5 bis 7.
  • O. W. Loeb / Terence Prittie, Moselle, Faber and Faber, London 1972 (Kap. 1 „Early History, to 1800“, Kap. 2 „History since 1800“, Kap. 7 und 8) — Kapitel 1 und 3 bis 8 dieser Seite.
  • Stuart Pigott / Manfred Lüer, Mosel. Weine, Winzer, Weinlandschaften — Kapitel 4, 7 bis 9.
  • Wolfgang Schieder (Hrsg.), Säkularisation und Mediatisierung, Teil III: Saar-Departement, Boppard 1991 — Kapitel 5.
  • Cilli Kasper-Holtkotte, Juden im Aufbruch, Hannover 1996 — Kapitel 7.